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Andacht ~ 2. Advent

Lukas 2,1-14
Deutsch-sprachige Evang. Gemeinde North Adelaide
6. Dezember 2015 (2. Advent)

Die kleine deutsch-sprachige evangelische Gemeinde in Adelaide bat mich, für ihre Adventsfeier in der Immanuel-Kirche in North-Adelaide eine kurze Andacht zu halten.  Nachfolgend eine Sammlung von Gedanken und Infos zu dieser Andacht.

Adventslied: Es ist ein Ros’ entsprungen

Es ist ein Ros’ entsprungen aus einer Wurzel zart;
wie uns die Alten sungen, von Jesse kam die Art.
Und hat ein Blümlein bracht mitten im kalten Winter,
wohl zu der halben Nacht.

Das Röslein, das ich meine, davon Jesaja sagt,
hat uns gebracht alleine Marie, die reine Magd.
Aus Gottes ew’gem Rat hat sie ein Kind geboren
und blieb doch reine Magd.

Das Blümelein so kleine, das duftet uns so süß;
mit seinem hellen Scheine vertreibt’s die Finsternis,
wahr Mensch und wahrer Gott, hilft uns aus allem Leide,
rettet von Sünd und Tod.

[T: geistlicher Dichter, 15. Jhdt. Weise: 15. Jhdt.}

Advent im Sommer

Ungewohnt, da ich eigentlich auf Winter, Kälte, Schnee, Dunkelheit eingestallt bin.

Adventskranz fehlt:

Die Sitte des Adventskranzes ist recht jung, sie geht zurück auf Johann Hinrich Wichern, den Gründer des “Rauhen Hauses” in Hamburg. Er hat im Dezember 1839 seinen Zöglingen an jedem Tag des Advents eine Kerze entzündet und sie auf einen Holzkranz gesteckt; zu Weihnachten erhellte dieser Lichterkranz feierlich den Saal. Damals bestand er aus einem Holzreif, ähnlich einem Wagenrad ohne Speichen, mit einem Durchmesser von etwa zwei Metern. Er trug vier große weiße Kerzen für jeden Adventssonntag und 19 kleine rote für jeden Werktag bis zum Heiligen Abend. Täglich wurde während einer kurzen Andacht – zunächst in der Mittagspause und später als Vigil (Nachtwache) in der Dämmerung – eine neue Kerze angezündet. Dies, so Wichern, “um auf die Ankunft des Herrn” und das nahende Weihnachtsfest hinzuweisen. Besonderes Augenmerk richtete Wichern dabei auch auf das Sinnbild der Kerzen als “Licht in der Finsternis”.
“Adressaten” dieses Adventbrauches waren für Johann Hinrich Wichern damals sozial vernachlässigte Jugendliche in Hamburg, die er in der so genannten Rettungsanstalt für verwahrloste Kinder des Rauhen Hauses (“dat ruge hus”) betreute. Ausgehend vom Rauhen Haus – die MitarbeiterInnen trugen diesen Brauch auch in ihre eigenen Häuser und Gemeinden – verbreitete sich die Idee des Adventskranzes zuerst im protestantischen Norddeutschland, bald auch im Süden Deutschlands und in den Nachbarländern. Mit den Emigranten gelangte dieser Brauch dann schließlich auch ins ferne Ausland.
Erst mehr als zwanzig Jahre nach seiner “Erfindung”, etwa um 1860, wurde der Holzreif dann nicht nur mit Kerzen, sondern zusätzlich mit grünen Tannenzweigen geschmückt. Im Lauf der Zeit wurde aus dem Holzkranz der aus Tannengrün geflochtene Kranz, der nur noch mit vier dicken Kerzen bestückt war, so wie wir ihn heute kennen.

Advent – Begriff

Das Wort Advent geht auf das lateinische “adventus” zurück, das übersetzt “Ankunft” heißt und auf die Geburt Christi hinweist. Die Christen bereiten sich in dieser Zeit auf das Geburtsfest Jesu (25. Dezember) vor und denken an die Wiederkunft Christi am Ende der Welt. Die Kirche bezeichnet den Advent daher als eine Zeit “freudiger Erwartung”.
Älteste Spuren für die vorweihnachtliche Vorbereitungszeit finden sich in der jungen Kirche in Gallien und Spanien. Damals begann der Advent bereits am Tag nach dem Martinsfest (11. November). Er hatte mit Blick auf die Wiederkunft Christi einen Bußcharakter, so dass während dieser Zeit gefastet wurde. Seit dem 5. Jahrhundert wurde in Rom durch eine eigene Vorbereitungszeit vor allem die Menschwerdung Gottes hervorgehoben. Erst seit 1570 setzte sich der römische Brauch durch, den Advent am vierten Sonntag vor dem Fest zu beginnen. Fest verwurzelt sind in dieser Zeit auch die volkstümlichen Bräuche wie Adventskranz, St. Nikolaus und Barbarazweige.
Die Adventszeit wurde erstmals im 5. Jahrhundert im Gebiet um Ravenna (Italien) gefeiert. Der Sonntag vor Weihnachten wurde der Vorbereitung der Geburt Christi gewidmet. In Rom hielt eine Adventsliturgie im 6. Jahrhundert Einzug. Gregor, der Große, setzte erstmals die Zahl der Adventssonntage auf vier fest – in Mailand feiert man aber noch heute eine sechswöchige Adventszeit. Im 13. Jahrhundert wurde die römische Liturgie durch den Franziskanerorden weit verbreitet. Pius V. schrieb um 1570 die römische Adventsliturgie endgültig für die gesamte Kirche fest.

Maria und Josef auf dem Weg nach Judäa (Lukas 2,1-14, GLB)

Es begab sich aber zu der Zeit, daß ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, daß alle Welt geschätzt würde. (2) Und diese Schätzung war die allererste und geschah zu der Zeit, da Cyrenius Landpfleger von Syrien war. (3) Und jedermann ging, daß er sich schätzen ließe, ein jeglicher in seine Stadt. (4) Da machte sich auch auf Joseph aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, darum daß er von dem Hause und Geschlechte Davids war, (5) auf daß er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe, die ward schwanger. (6) Und als sie daselbst waren, kam die Zeit, da sie gebären sollte. (7) Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge. (8) Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Herde. (9) Und siehe, des HERRN Engel trat zu ihnen, und die Klarheit des HERRN leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr. (10) Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; (11) denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der HERR, in der Stadt Davids. (12) Und das habt zum Zeichen: ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen. (13) Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen: (14) Ehre sei Gott in der Höhe und Frieden auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen.

Aufbruch ins Abenteuer

Das deutsche Wort ‚Advent’ klingt ähnlich wie das englische Wort ‚adventure’, also ‚Abenteuer’, Aufbruch, Wagnis, Mut. Da zieht einer los, verlässt das Bekannt-Vertraute, macht sich auf den Weg ins Unbekannte… Manchmal mag das gar nicht so ungefährlich sein. Und vielleicht liegt gerade darin der ganz eigene Reiz eines solchen Abenteuers, seine Faszination.
Advent ist die Einladung zum Leben – und Jesus ist die Mensch gewordene Einladung Gottes. Er gesellt sich zu den Menschen, um sich mit ihnen neu auf den Weg zu machen, auf einen Weg, der das mögliche Ziel nur ahnt. Wer sich auf eine solche Einladung zum Leben einlässt, wer sich auf den Weg macht – mit dem geschieht etwas, der bleibt nicht unberührt.
Das ist nicht immer ungefährlich. Wenn ich lebendig bin, riskiere ich Verletzungen und Enttäuschungen, muss Abschied nehmen und mich auf Neues einlassen. Manchmal mag mich der Mut verlassen, dann bin ich wieder voll überströmender Lebenslust. Ich werde einsam sein und mich umso mehr an der Begegnung mit Menschen freuen. Lachen und Weinen, Mut und Angst, Vertrauen und Verlassenheit, Trauer und Tanz werden mich auf meinem Weg begleiten…
Mich lockt das Leben! Ich habe die Einladung gehört und will sie nicht abschlagen. Dieses Leben ist mir geschenkt – und ich will leben! Ich will das Leben auskosten, verschmecken, mit allen Sinnen, mit all seinen dunklen und hellen Seiten, mit Freude und Lachen, mit Tränen und Protest, mit Zuversicht und Hoffnungslosigkeit. Ich will das Leben, was menschenmöglich ist.
Ich will nicht vor dem Leben kneifen, weil es Unruhe in meinen gewohnten Tagesablauf hineinbringen kann. Wenn das Leben auch die Unordnung, das Chaos ist, dann sollen auch sie einen Platz in meinem Leben haben.

Weihnachten ist die Botschaft, dass mich dieser Gott zu einem solchen Weg einlädt – und dass er mich auf diesem Weg nicht allein lässt. Gott wird Mensch – und lässt sich auf all das Menschenmögliche ein. Nichts, was ich erlebe, erleide, an dem ich mich erfreue, ist ihm fremd. Er geht mit – und entzieht sich auch den dunklen Stunden nicht. Gott lädt ein zum Abenteuer Leben – und mitten im Aufbruch weiss ich mich geborgen.“1 ]

 

Martin Luthers Predigt zum 2. Advent – „Jüngstes Gericht“

Lukas 21,25-36 (GLB)

Und es werden Zeichen geschehen an der Sonne, und Mond, und Sternen; und auf Erden wird den Leuten bange sein, und werden zagen; und das Meer und die Wasserwogen werden brausen. Und die Menschen werden verschmachten vor Furcht und vor warten der Dinge, die kommen sollen auf Erden; denn auch der Himmel Kräfte sich bewegen werden. Und alsdann werden sie sehen des Menschen Sohn kommen in der Wolke, mit großer Kraft und Herrlichkeit. Wenn aber dieses anfängt zu geschehen, so sehet auf, und hebet eure Häupter auf, darum, daß sich eure Erlösung nahet. Und er sagte ihnen ein Gleichnis: Sehet an den Feigenbaum und alle Bäume. Wenn sie jetzt ausschlagen, so sehet ihrs an ihnen, und merket, daß jetzt der Sommer nahe ist. Also auch ihr, wenn ihr dies alles sehet angehen; so wisset, daß das Reich Gottes nahe ist.
Wahrlich, ich sage euch, dies Geschlecht wird nicht vergehen, bis das alles geschehe. Himmel und Erde werden vergehen; aber meine Worte vergehen nicht. Aber hütet euch, daß eure Herzen nicht beschwert werden mit Fressen und Saufen, und mit Sorgen der Nahrung, und komme dieser Tag schnell über euch; denn wie ein Fallstrick wird er kommen über alle, die auf Erden wohnen. So seid nun wacker allezeit, und betet, daß ihr würdig werden möget, zu entfliehen diesem allen, daß geschehen soll, und zu stehen vor des Menschen Sohn.

Martin Luthers Predigt zum 2. Advent:

In diesem Evangelium lehret Christus uns, daß er wolle kommen, nicht daß er uns richten und verdammen, sondern erlösen und helfen wolle, und erfüllen, was wir ihn gebeten haben, und sein Reich zu uns bringen. Denen aber, so an ihn nicht geglaubt, seine Christen auf Erden verhöhnt und geplagt haben, für diese will er Richter sein und sie strafen. Solches, spricht er, glaubet fest und zweifelt nicht daran, und freuet euch auf meine Zukunft; denn sie soll euch zum besten geraten, daß ihr von Sünden, Teufel, Tod und Welt erlöset, und durch mich ewig selig werdet. Das heißt ja herrlich und reichlich getröstet. ((Quelle))

 

Advent

Im Dezemberdunkel tappe ich meiner Sehnsucht hinterher.
So oft schon ins Leere gefasst.
Durch Löcher gestolpert. An dornigen Zweigen mir das Hoffnungskleid zerrissen.

Da schweift am Horizont ein Stern. Als suche jemand die Erde ab.
Als hoffe er, im Lichtkegel einen Verlorenen zu entdecken.
Einer hat sich auf den Weg gemacht
zu mir.2 ]

Wir beten:

Du Gott bist die Kraft, die Leben schafft,
die Leben erhält, die Leben verändert.

Darum bitten wir dich:
Erhelle mit dem Licht Deiner Gnade unsere Wege,
lass einen hellen Schein in unseren Herzen leuchten.
Amen.

Segen

Wir bitten Gott um Deinen Segen:

Dass dein Licht und dein Trost uns erfülle.
Dass dein Licht und deine Kraft in unsere Häuser einziehe.
Dass dein Licht und dein Frieden in unsere Welt komme.
Amen.

Lied: Es kommt ein Schiff, geladen

Es kommt ein Schiff, geladen / Bis an den höchsten Bord,
Trägt Gottes Sohn voll Gnaden, / Des Vaters ewig’s Wort.

Das Schiff geht still im Triebe, / Trägt eine teure Last;
Das Segel ist die Liebe, /Der Heilig Geist der Mast.

Der Anker haft’ auf Erden / Da ist das Schiff am Land.
Das Wort soll Fleisch uns werden, / Der Sohn ist uns gesandt.

Zu Bethlehem geboren / Im Stall ein Kindelein,
Gibt sich für uns verloren; / Gelobet muß es sein.

Und wer dies Kind mit Freuden / Umfangen, küssen will,
Muß vorher mit ihm leiden / Groß Pein und Marter viel.

Danach mit ihm auch sterben / Und geistlich aufersteh’n,
Das Leben zu ererben, / Wie an ihm ist gescheh’n.

[Daniel Sudermann 1626 nach Johannes Tauler (um 1300-1361)]

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Footnotes

  1. Andrea Schwarz [Quelle: doc], p14 [top]
  2. © Tina Willms [Quelle: doc] [top]

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